Journalismus in der Krise. Klassische Medien verlieren an Bedeutung, Print sowieso. Auch in der B2B-Kommunikation von Unternehmen ist die Zukunft ist digital, sozial und viral. So oder so ähnlich ist es auf Kongressen, in Diskussionsrunden oder in Fachbeiträgen immer wieder zu hören oder zu lesen. Da macht es Sinn, doch einmal bei denen nachzufragen, die Unternehmen mit ihren Botschaften erreichen wollen. Wir haben das für unseren Bereich, die Immobilienkommunikation, getan. In einer Umfrage gaben rund 250 Immobilienprofis darüber Auskunft, welche Medien für sie wichtig sind, welche Informations- und Kommunikationskanäle aus ihrer Sicht relevant sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Bild von der digital-sozialen Kommunikationszukunft etwas differenzierter zu betrachten ist. Denn für Immobilienprofis sind Fachmedien immer noch die mit Abstand wichtigste Informationsquelle. Über Nachrichten und Berichte in diesen Medien werden sie auch am ehesten auf potenzielle Geschäftspartner aufmerksam. Dabei liegen die klassischen und im Printformat erscheinenden Medien in der Bedeutung sogar noch vor den Online-Diensten; der Unterschied ist gleichwohl knapp.

Auch wenn es darum geht, sich bei potenziellen Geschäftspartnern bekannt zu machen, ist die Präsenz in den klassischen Medien in der Immobilienwirtschaft nach wie vor der erfolgversprechendste Weg. Annähernd 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dadurch regelmäßig oder sogar sehr häufig auf potenzielle Geschäftspartner aufmerksam werden. Wer als Experte zitiert oder genannt wird,  sorgt bei immerhin annähernd 45 Prozent für eine entsprechende Aufmerksamkeit.

Netzwerke wie Xing und LinkedIn holen auf

Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn spielen dagegen noch keine so wichtige Rolle – weder als Informationsquelle noch als Ort, um mögliche Geschäftspartner zu finden. Lediglich 14,8 Prozent geben an, hier häufig oder regelmäßig auf Geschäftspartner aufmerksam zu werden. Hinsichtlich der Relevanz als Informationsquelle konnten die Netzwerke allerdings gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen. Immerhin 38,8 Prozent der Befragten stufen sie hier als „sehr wichtig“ oder „wichtig ein“, im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 23,5 Prozent gelegen.

Fazit: Natürlich ist die These, dass digitale Kanäle an Relevanz gewinnen auch für die Immobilienbranche nicht grundfalsch. Daraus aber zu schließen, dass klassische Medienarbeit keinen Sinn mehr macht, führte aber in die vollkommen falsche Richtung. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Angesichts einer ständig zunehmenden Flut von Informationen, die über immer mehr Kanäle auf die Nutzer hereinbricht kommt es umso mehr darauf an, Themen so zuzuspitzen, dass die jeweilige Zielgruppe schnell erkennt, warum (oder besser: dass) darin für sie ein Mehrwert liegt. Relevanz zahlt sich aus.

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Matthias Freutel-Thoms

Leiter Immobilienkommunikation bei Edelman.ergo
Matthias Freutel ist Leiter Immobilienkommunikation bei Edelman.ergo. Gemeinsam mit seinem Team berät und unterstützt er Immobilienunternehmen in ihrer Kommunikation mit Investoren, Kunden, Mitarbeitern sowie allen weiteren relevanten Stakeholdern.

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